Ich habe lange gedacht, Ego loslassen bedeutet, etwas aufzugeben. Mich zu verändern, anzupassen, weniger zu sein.
Was ich inzwischen verstehe: Es geht nicht darum, etwas zu verlieren, sondern bewusst wahrzunehmen, was ich wirklich bin – jenseits von Rollen und Erwartungen.
Stilles Wahrnehmen statt Aktion
Meine Praxis der Kontemplation hat mir gezeigt: Nichts Tun ist nicht Stillstand. Es ist ein Sein, das Erkenntnis erlaubt.
Ich setze mich nicht hin, um etwas zu erreichen. Ich setze mich hin, um zu beobachten. Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen – alles darf sein. Keine Bewertung, keine Handlung. Nur wahrnehmen, was da ist.
Dieses stille Beobachten lässt mich erkennen, wo das Ego mich antreibt: wo ich Kontrolle behalten will, wo ich recht haben will, wo ich mich beweisen will. Und es zeigt mir gleichzeitig, wie natürlich Klarheit und Gelassenheit entstehen, wenn ich einfach aufmerksam bin.
Kontemplation als Praxis im Alltag
Ich übe nicht nur auf der Matte. Auch zwischen Terminen, beim Gehen, beim Kaffee. Ein kurzer Moment, bewusst innezuhalten, reicht: tief durchatmen, beobachten, wahrnehmen. Es geht nicht um Perfektion. Es geht um eigenes Erkennen durch eigene Erfahrung.
Ego loslassen heißt für mich: Ich muss nichts erzwingen, niemandem gefallen, nichts sofort verstehen. Ich halte den Raum – für mich, für die Erfahrung, für die Erkenntnis.
Balance zwischen Sein und Verantwortung
Diese Praxis hat mich gelehrt, dass Loslassen nicht passiv ist. Es ist bewusste Präsenz im Leben, verantwortliches Handeln aus einem klaren Zentrum heraus. Ich verliere mich nicht. Ich finde mich selbst, tiefer und ruhiger, während alles um mich herum weiterläuft.
🌱 Kontemplation erlaubt mir, mein Ego zu verstehen – ohne es zu bekämpfen – und aus dieser inneren Klarheit heraus zu handeln.